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Interview mit Helrunar
Band: Helrunar
Homepage: http://www.helrunar.com/
Datum: 12.04.2012
 
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Gerade habt ihr die Mini-Tour mit The Vision Bleak und Agrypnie beendet. Kamen da ein wenig Nostalgiegefühle auf? Denn, wenn ich mich richtig erinnere, war eine eurer ersten Touren auch eine mit The Vision Bleak…

Ja, richtig, das war im Jahre 2006. Nostalgie... das wäre irgendwie das falsche Wort. Irgendwie war es für uns eher, als ob seit der letzten Tour mit TVB erst wenig Zeit vergangen wäre. Wir verstehen uns einfach super mit ihnen, zusammen zu Touren ist immer ein großes Vergnügen! Schade, dass es nicht öfter geht. Diese Tour hätte auch gerne länger dauern können.

Waren die vier Konzerte schon das Warm Up für die Festivalsaison oder plant ihr vorweg noch ein paar Shows?

In der Festivalsaison wird in diesem Jahr leider nicht so viel laufen. Das nächste Konzert, welches wir spielen, wird erst das Wolfzeit-Festival sein. Aber dafür ist im Herbst eine Europatour mit Kampfar in Planung! Da geht es dann richtig los, sozusagen.

Hauptaugenmerk lag in Oberhausen auf „Sól I“. Könnt ihr euch vorstellen, das Album im Ganzen live zu spielen?

Das wäre schon eine feine Sache, ist aber, realistisch gesehen, kaum möglich. Wenn, dann würden wir es entsprechend umsetzen wollen, mit der passenden Atmosphäre, eventuell als eine Art Inszenierung, d.h. mit gespielten und gesprochenen Passagen dazwischen. Der Aufwand wäre wohl recht groß, von der Spielzeit noch ganz zu schweigen. Wir versuchen unsere Auftritte statt dessen eher so zu gestalten, dass eine gewisse Energie herüberkommt – in der Kürze der Zeit, die wir für den Auftritt zur Verfügung haben. Und natürlich wollen viele Fans auch ältere Stücke hören. Sól komplett live umzusetzen wird also wohl ein Traum bleiben, auch wenn wir das sicherlich gerne täten.

Ich gebe zu, dass ich mir „Sól“ erst jetzt genauer zu Gemüte geführt habe. Meiner Meinung kommt es dem „perfekten Album“ sehr nah: Massiver Sound, melodiös ohne an Härte zu verlieren, eingängiger und zugleich dunkler und verwinkelter als eure vorherigen Alben. Geht es Dir/euch da ähnlich oder ist inzwischen so viel Zeit vergangen, dass Du/ihr eher auf die „Macken“ achte(s)t?

Irgendwann fallen einem natürlich immer Dinge auf, die man hätte besser machen können. Bei Sól hält sich dieser Effekt aber tatsächlich stark in Grenzen. Wir waren wohl noch nie so zufrieden mit einem unserer Releases, wie es bei Sól der Fall ist. Eigentlich haben wir das erste Mal das Gefühl, dass ein Album 100%-ig so geworden ist, wie wir es wollten, dass wir unsere Ideen und Vorstellungen optimal verwirklicht haben. Sól ist sicherlich ein Wendepunkt für uns und zugleich ein Orientierungspunkt für künftige Arbeiten.

Verliere bitte ein paar Worte zu den Begriffen „Dorn“ und „Nebel“.

Beide Begriffe verwende ich natürlich mehrdeutig... sie eröffnen immer neue Bedeutungsebenen, je nachdem mit welchen anderen Aspekten der Texte man sie in Bezug setzt. Das ist die erzählerische Grundstruktur von Sól... sie ist inspiriert von mythischen Erzählstrukturen. Wenn ich es auf das wesentliche herunterbreche, dann ist der Dorn etwas, in physischer und psychischer Hinsicht, Verletzendes. Symbolisch steht er auch in Verbindung mit der Thurisaz-Rune. Der Nebel hingegen steht für einen Zustand der Desorientierung, Isolierung, der Undurchsichtigkeit, dementsprechend evtl. auch für den Verlust von Identität.

Kannst Du Dir vorstellen, in Zukunft den Wechsel zwischen „normalen“ Stücken und den mit Musik unterlegten gesprochenen Passagen noch weiter zu entwickeln? Oder auch noch mehr akustische Elemente/Instrumente einzubringen?

Kurz gesagt: Ja. Eines unserer definitiven Ziele ist es, anhand der Musik Atmosphären und Spannungsbögen aufzubauen und den Hörer emotional zu ergreifen. Kopfkino zu erschaffen, sozusagen. Aber das erzählerische Element steht ebenso im Mittelpunkt. Gesprochene Passagen sind ein gutes Mittel, um diese beiden Aspekte optimal zu vereinen.

Wenn ich richtig informiert bin, hast Du Deine Magisterarbeit beendet. Ist der Kopf schon frei für neue Ideen bzw. schwelt da schon wieder neues Material? Kannst/Magst Du schon einen kleinen Helrunar-Zukunftsausblick geben?

Sebastian (Alsvartr) hat bereits neues Material geschrieben. Es ist sehr atmosphärisch, und momentan sieht es so aus, als ob wir den auf Sól musikalisch eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Auch neue Textideen gibt es bereits... bevor die aber endgültig Form annehmen, wird es wohl noch ein wenig dauern. Wir werden, wenn alles klappt, wohl noch in diesem Jahr ein Stück für einen Split mit Árstirðir Lifsins aufnehmen, ein neues Album aber wohl erst 2013.

Du bist ja nebenher noch bei Árstirðir Lifsins involviert. Gibt es noch mehr Verstrickungen, wo Du oder Alsvartr tätig bist/ist?

Nuja, wir würden gern noch mehr machen. Momentan steht da aber noch der Abschluss eines Studiums bzw. die unerwünschte, aber leider zum Gelderwerb notwendige, Arbeit im Wege. Mal sehen, ob sich das in Zukunft positiver für uns entwickelt. Seit langem plane ich z.B. schon ein Projekt zusammen mit unserem Gitarristen Discordius... es soll „Wöljager“ heißen, und wir wollen damit düstere, niederdeutsche Folklore entsprechend vertonen. Bisher kam ich aber trotz zahlreicher Ideen nicht wirklich dazu...

Vielen Dank für Deine Zeit und bis zum nächsten Gig!

Gern geschehen Wiebke! Danke für die Unterstützung!
// wiebke

 ec

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