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Interview mit Jesusmartyr
Band: Jesusmartyr
Homepage: http://www.jesusmartyr.com
Datum: 22.10.2008
 
Korgüll: Hallo JESUSMARTYR. Ich habe neulich Eure neue CD “The Black Waters” gehört und hier auf hotel666.de reviewed. Und obwohl ich ja eher der Old-School-Thrasher bin, hat mir Eure Scherbe ziemlich gut gefallen. Leider habe ich nur sehr wenige Infos über Euch erhalten. Vielleicht sagt Ihr selber einfach mal ein paar Takte, wird oder was ihr seid.
JM: Hi Korgüll, danke für das Interesse an unserer Band. Ich heiße Martin Furia und bin der Gitarrist von JESUSMARTYR, einer argentinischen Extrem-Metal Band. Uns gibt’s seit 1994; seitdem haben wir drei Alben sowie etliche Demos veröffentlich und waren unter anderem in Argentinien, Chile, Brasilien und vielen europäischen Ländern auf Tour. Wer mehr über uns erfahren will kann ja mal auf folgenden Seiten nachschauen:
http://www.jesusmartyr.com
http://www.myspace.com/jesusmartyr
http://www.rustycagerecords.com

Korgüll: Ich denke mal, dass nicht allzu viele Leute in Europa schon von Euch gehört haben. Wie würdest Du Euren Sound beschreiben?
JM: Wir sind eine extreme Metal-Band mit zahlreichen Einflüssen. Wir mögen halt Bands wie SLAYER, METALLICA, SEPULTURA, CANNIBAL CORPSE, LAMB OF GOD, CARCASS, MACHINE HEAD, FEAR FACTORY, REFUSED und noch eine Millionen weitere. Wir versuchen diese Einflüsse mit unseren ganz eigenen Vorstellungen von Musik zu verarbeiten und so unseren ganz individuellen JESUSMARTYR-Sound zu kreieren.

Korgüll: Was wollt Ihr mit Eurem Bandnamen ausdrücken?
JM: Ursprünglich hießen wir einfach nur MARTYR, doch als wir merkten, dass noch jede Menge andere Bands den gleichen Namen hatten, haben wir uns in Anlehnung an einen alten Song von uns -“Fucking Jesus Martyr” – umbenannt. In dem Text geht es um die Konsequenzen, die das Martyrium Jesu hatte, die Entstehung des Christentums und die damit verbundenen Moralvorstellungen, die die Welt 2000 Jahrelang bestimmten. – Insofern tragen wir diesen „Jesus“ rein zufällig im Namen – jedenfalls sind wir keine religiös motivierte Band.

Korgüll: Ich habe irgendwo gelesen, dass sich Eure Texte vorrangig mit philosophischen Fragen beschäftigt – stimmt das?
JM: Na ja, das trifft eigentlich nur auf unsere erste Platte “Sudamerican Porno” (1998) zu. Ich studierte seinerzeit Philosophie, was mich beim Verfassen der Texte maßgeblich beeinflusste. Seit ich die Uni verlassen habe, haben sich meine Texte eher in eine andere Richtung entwickelt. Trotzdem bin ich nach wie vor sehr an Philosophie interessiert, gerade die Schriften der Alten Griechen – aber auch die von Nietzsche - inspirieren mich sowohl privat als auch als Musiker. Allerdings ist mein Themenspektrum gewachsen.

Korgüll: Wie seid Ihr denn an den Deal mit dem niederländischen RUSTY CAGE-Label gekommen?
JM: Den Tipp hat uns der Gitarist von CYPHER gegeben, mit denen wir mal in Holland gespielt haben. Via eMail und myspace haben die sich dann ein Bild von uns gemacht und uns unter Vertrag genommen. Und bislang läuft’s super, wir werden als Musiker unterstützt und respektiert und die Zusammenarbeit läuft sehr gut!

Korgüll: Eure CD wurde in Dänemark gemastert. Seid ihr dafür extra nach Europa gereist?
JM: Nein. Wir haben alles in unserem Proberaum aufgenommen und schließlich jemanden gesucht, der das Ganze dann in ein professionelles Soundgewand kleidet. So sind wir auf Ziggy Siegfredsen gestoßen. Er ist ein echt cooler Typ, der auch schon mit größeren Bands zusammengearbeitet hat. Jedenfalls haben wir ihm unsere Aufnahmen zugeschickt und er hat sie in seinem Studio gemixt und gemastert.

Korgüll: Und – seid ihr zufrieden? Was habt ihr gedacht, als Ihr zum ersten mal das Ergebnis zu hören bekamt?
JM: Ja, wir sind absolut zufrieden. Als wir zusammen die Scheibe durchhörten waren wird uns einig: „Ja, endlich hören wir uns genauso an, wie wir es wollten!“

Korgüll: Gibt’s denn Pläne, mal live hier in Europa zu zocken?
JM: Wir waren ja letztes Jahr schon mal in Europa. Es war großartig. Wir haben mit DETONATION, AFTER THE LAST SKY, BATTALION und vielen anderen guten Bands gespielt. Derzeit treten wir ganz massiv in Südamerika auf, aber wenn uns jemand einlädt, würden wir wirklich gerne kommen!

Korgüll: Was sollte der deutsche Durchschnittsmetaller Deiner Meinung nach über Argentinien wissen?
JM: In unserem Land gibt es das beste Fleisch der Welt und wir haben eine coole Fußball-Mannschaft – die leider gegen Euch Deutsche verloren hat. Das war schon schlimm... Ich lebe zur Zeit in Belgien und habe zugegebenermaßen verdammtes Heimweh!

Korgüll: Metal hat sich in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren von der “Asi-Beschallung” zum Massenphänomen entwickelt. Wie sieht’s in Argentinien aus?
JM: Hier gilt Metal immer noch als Krach für deviante Underdogs – aber wir werden täglich mehr! Gerade unabhängige Radiosender, diverse Magazine und natürlich das Internet halten die Szene gesund und munter! Natürlich alles in viel bescheidenerem Rahmen als bei Euch in Europa. Allerdings kann man gerade in Buenos Aires regelmäßig Konzerte größerer Bands sehen.

Korgüll: Was für größere Bands? Ich nehme mal an, dass nicht allzu viele Top-Acts bei Euch spielen, oder?
JM: Oh, da irrst Du Dich! Die großen Bands spielen doch überall! AC/DC, GUNS N ROSES, METALLICA, SLAYER, MEGADETH, ANTHRAX, TESTAMENT, FEAR FACTORY, SEPULTURA, PANTERA, BLACK SABBATH, DIO, CARCASS haben hier schon gespielt, EPICA kommen regelmäßig, pff, Millionen von Bands eben! HEAVEN SHALL BURN waren auch schon hier. Jede europäische Band kann in Südamerika spielen, wenn sie will. – Das einzige, was es hier nicht gibt, ist ein Großevent wie WACKEN.

Korgüll: Und wie sieht’s mit der argentinischen Metal-Szene aus?
JM: Wir haben ein starke, lebendige Underground-Szene mit zahlreichen guten Bands in allen möglichen Subgenres; zum BEISPIEL NATAS, TAURA, BUFFALO, AVERNAL, SOCIAL SHIT, EMBODIMENT (unser Drummer spielt bei denen), BAN THIS, OTRA SALIDA.

Korgüll: Und welchen Status genießt Ihr in Argentinien?
JM: Ich würde sagen wir werden in Südamerika sehr geschätzt. Uns gibt’s ja schon ziemlich lange und wir haben uns echt den Arsch abgespielt, so dass wir uns eine starke Fan-Base in Lateinamerika, Chile und Brasilien erarbeitet haben.

Korgüll: Das hört sich für mich so an, als ob man auch in Argentinien reichlich Konzerte besuchen kann, wenn man mag – und das nötige Kleingeld hat.
JM: Ganz genau. Es gibt hier jede Menge Konzerte für die unterschiedlichsten Geldbeutel.

Korgüll: Wie gut werden die besucht?
JM: Oh, das kommt ganz darauf an… mal mehr, mal weniger. Aber ich schätze mal, dass durchschnittlich 300 Leute zu Underground-Gigs kommen. Und die rasten meistens total aus! Argentinien ist ein verdammt guter Ort für Bands!

Korgüll: Welche Spielarten des Metal sind bei Euch am beliebtesten?
JM: Hier gibt’s eigentlich alles: Klassischen und modernen Metal, Black, Death, Grind, aber auch Punk und Hardcore. – Allerdings sind die Rolling Stones in Argentinien die allergrößten.

Korgüll: Vielen Dank für das Interview. Willst Du noch irgendwas los werden?
JM: Ich danke auch. Support honest metal! Keep it brutal!

// Korgüll the Exterminator

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